Business Portrait Berlin Fotostudio Charlottenburg
Portraitfotograf Berlin Karsten Schilling

Business Portrait Fotoshooting Berlin mit 85mm Objektiv

Ein immer wiederkehrendes Thema bei Business Portraits ist die Wahl des richtigen Objektivs für die Kamera. Ich verfüge über eine ganze Reihe von Objektiven und jedes einzelne hat dabei seinen ganz eigenen Charme und Verwendungszweck.

Bei diesem Bild kam das Canon EF 85mm 1.2 II L USM zum Einsatz. Es ist ein klassisches Vollformat-Objektiv, d.h. es eignet sich besonders gut für die Verwendung an einer Kamera mit einem 35mm Sensor. Die Brennweite ist perfekt für Portraits und die Blende arbeitet schnell. Das Innere der Linse macht insgesamt einen sehr wertigen Eindruck, was man bei einem Preis von ca. 1800 Euro auch erwarten kann.

Zu den besonderen Eigenschaften der Optik zählen ein herrliches Bokeh, eine gute Abdichtung gegen Staub und Feuchtigkeit sowie eine tolle Griffigkeit des Fokussier-Rings. Das sind zu den optischen Qualitäten zusätzliche gute Features, die mir als Profi die Verwendung noch versüßen. Die meiste Zeit ist das 85er bei mir mit meiner Canon 5D verbunden.

Bild Qualität

Wie man sich denken kann, ist das Scharfstellen bei maximal offener Blende von 1.2 eine absolute Herausforderung. Hier erlaubt die Linse nur wenig Spielraum für Fehler beim Fokussieren. Aber sowohl das 85er als auch die 5D produzieren im Zusammenspiel eine Spitzen-Schärfe und ein sehr weiches Bokeh.

Bei Tageslicht sollte man die ISO der Kamera so weit wie es irgend geht nach unten einstellen und die Verschlusszeit so hoch wie möglich. Das trifft sogar auf einen Tag mit Bewölkung zu, doch die Belohnung läuft hierbei auf einen wunderschönen Unschärfebereich um den Focus-Punkt herum hinaus. Je weiter geöffnet die Blende ist, desto höher die Gefahr für Magenta Farbsäume an Kanten mit einem hohen Kontrast, insbesondere zum Rand hin. Das Phänomen lässt sich minimieren, indem man auf 2.0 abblendet.

Ansonsten hat Canon hier das Problem der chromatischen Aberrationen gut in den Griff bekommen und auch die Vignettierung ist nicht übermäßig.

Gesamtkonzept und Leistung

Bei ihrem kurzen und wuchtigen Umfang betragen die Maße 91.5x84mm cm bei einem Gewicht von gut 1 kg. Das ist noch ohne die Frontblende. Die Optik ist zwar äußerlich ein Biest, erst recht, wenn sie erst einmal auf einer Vollformat-Kamera angeschraubt ist, aber ihre wahre Schönheit entfaltet sie beim Anfassen und Ausbalancieren in meiner linken Hand.

Der breite Focus-Ring mit seiner geriffelten Oberfläche ist wundervoll griffig und bewegt den Focus sehr sanft und präzise auf den gewünschten Punkt. Er arbeitet dabei wohlgemerkt nur, wenn die Kamera auch eingeschaltet ist, da es sich bei der Übertragung um keinen mechanischen Mechanismus handelt, sondern um einen elektronischen.

Das Objektiv verfügt über keinen elektronischen Bildstabilisator, was zunächst ungewohnt erscheinen mag, wenn man es vorher so nicht gewohnt gewesen ist. Ich möchte sogar behaupten, dass das für den Neuling zu Beginn der Benutzung die größte Schwierigkeit bei der Benutzung dieses Objektivs darstellt. Selbst mir als langjährigem Profi-Fotograf unterlaufen durch die Kapriziösität der Linse immer wieder kleinere Ungenauigkeiten im Handling. Für mich ist sie damit die Diva unter meinen Optiken, weil sie Fehler unerbittlich bestraft.

Es empfiehlt sich natürlich immer, zum Schutz vorne einen Filter auf das Glas aufzuschrauben. In meinem Fall habe ich mich für einen UV-Filter entschieden, der im Umfang von 72mm angefertigt sein muss, damit er auch passt. Auch wenn ich den Einsatz an einer Vollformat-Kamera empfehle, so steht dem Fotografieren mit einer Kamera mit Crop-Sensor natürlich nichts entgegen. Man muss sich dann nur bewusst sein, das die Brennweite um den Faktor 1,5 verlängert wird, was also bei dem 85er auf einen Wert von ca. 130 mm hinausliefe.

Der Motor zum Fokussieren läuft überaus ruhig, wenngleich sehr gemächlich. Business Portraits stellen absolut kein Problem dar, aber für Sportfotografie ist es überhaupt nicht gedacht. Auch wenn ich es nicht empfehlen würde, so ginge natürlich auch das Filmen mit dem 85er 1.2, gerade weil der Motor unhörbar arbeitet. Auf einer Tonspur würde man bei normalen Bedingungen keinen Mucks von diesem Ausrüstungsgegenstand mitbekommen. Auch wenn der Focus der langsamste von allen Objektiven ist, die ich mein eigen nennen kann, so arbeitet er doch aufmerksam und auf den Punkt genau.

Auf der Positiv-Seite

Angesichts der vielen guten Eigenschaften beim Fotografieren mit diesem Gerät, fällt es mir nicht gerade leicht, die Vorzüge in eine Rangliste zu bringen. Wie immer bei der Fotografie steht bei allem Equipment zunächst der Verwendungszweck im Vordergrund. Doch wenn ich mich jetzt festlegen sollte, dann ist mit Sicherheit die alles überragende Schärfe, die das für mich wichtigste Merkmal darstellt.

An zweiter Stelle ist sicherlich die Lichtempfindlichkeit zu nennen, die sich vor allem in Situationen mit wenig Licht wie ein wahrer Luxus anfühlt. Insbesondere Profis werden die Ergebnisse bei maximaler Offenblende von 1.2 zu schätzen wissen. Wenn ich hierbei von Profis spreche, so meine ich damit ausschließlich Anwender im Portrait Foto Spektrum. Sowohl im Studio als auch auf Hochzeiten oder allgemein im Freien spielt die Optik ihre Stärken aus.

Die massive Verarbeitung zeigt sich besonders gut bei den Abdichtungen zum Glas hin und der daraus resultierenden Wetterfestigkeit. In meinem professionellen Alltag hat sich das 85er jedenfalls in dieser Hinsicht bislang gut bewährt. Nicht zu vergessen sind natürlich an dieser Stelle die Frontklappe und die Objektiv-Tasche, die mitgeliefert werden. Gerade letztere bietet bei Nicht-Verwendung einen guten Schutz vor Staub und anderen Einflüssen.

Auf der Negativ-Seite

An allererster Stelle ist hier natürlich der fehlende Bildstabilisator zu nennen. Wahrscheinlich hätte sich bei Einbau eines solchen ein noch gewaltigerer Umfang ergeben, doch das Fotografieren bei Blende 1.2 mit seinem Mini-Schärfebereich gleicht dem Balancieren eines Hühner-Eis auf einem Tee-Löffel. Auch der Preis ist hier zu nennen, der eben mit seinen 1800€ nicht gerade wenig ist.

Angesichts der nur sehr eingeschränkten Verwendungsmöglichkeit muss sich das jeder sehr gut überlegen, ob so ein Investment Sinn macht. Weitere Aspekte, die mir an dieser Stelle einfallen, sind sicherlich das hohe Gewicht und die relativ weit entfernte Naheinstellgrenze von 95cm. Der Griff zu dem 105er Makro-Objektiv ist bei mir jedenfalls des Öfteren an der Tagesordnung, wenn ich etwas näher fokussieren möchte.

Location: Berlin, Charlottenburg.