Ein immer wiederkehrendes Thema in meiner Arbeit als professioneller Fotograf ist sinnliche Photographie von Damen, die etwas weniger Kleidung anhaben. Fotografien in Unterwäsche und Dessous wird auch als Boudoir Photography bezeichnet. Dabei gilt es mit Andeutungen zu spielen und gerade so viel zu zeigen wie nötig.
Ich denke, jedes Fotoshooting hat seine eigenen Herausforderungen und Gesetze. Doch wenn nichts oder fast gar nichts die Haut verhüllt, dann kann alles sichtbar werden, oder eben auch nicht. Mit dem Spiel des Zeigens und Nichtzeigens von Körperstellen ergibt sich so ein ganz eigenes interessantes Wechselspiel.
Zunächst möchte ich anmerken, dass die meisten Frauen, die etwas mehr Haut zeigen wollten bei der Fotosession, sich schon in den schönsten Dessous von mir haben ablichten lassen. Es gibt die raffiniertesten Teile im Handel, die mitunter auch ziemlich ins Geld gehen können! Abgesehen von dem Mut, den es erfordert, sich komplett nackt vor der Kamera eines Fremden zu zeigen, verleiht schöne Reizwäsche ihrer Trägerin ein zusätzliches "gewisses Etwas".
Wer also mit dem Gedanken spielt, sich bei mir im Fotostudio sinnlich in Szene setzen zu lassen, ohne gleich aufs Ganze zu gehen, kann sich also schon mal bei den bekannten Namen für Damen-Unterwäsche umsehen. Es gibt hier sehr geschmackvolle Kreationen, die sich fantastisch fotografieren lassen.
Das führt uns gleich zum nächsten Punkt, nämlich der, das Boudoir-Photographie immer dann motivisch gewinnt, wenn eben nicht alles zu sehen ist. Es ist wesentlich leichter, einfach die Kamera ohne Rücksicht auf Verluste auf alles scharfzustellen, was sich vor ihr abbildet. Die Spannung steigt aber erst, wenn man anfängt, das Offensichtliche vor dem Betrachter zu verdecken. Damit ist nicht gemeint, dass nun alles in Decken und Tüchern gehüllt ist, aber wieviel kann man doch mit Licht und Schatten an bildgebender Gestaltung gerade bei wenig bekleideten Menschen erreichen!
Die Gesamtkomposition eines Boudoir-Bildes hat wie bei allen anderen Genres in der Fotografie direkte Auswirkung auf seine Wirkung. Sexy ist dabei nicht nur ein Wort, es ist das grundlegende Leitmotiv bei einer auf maximale Körperlichkeit angelegten Portrait-Sitzung. Doch was ist sexy? Wie wirkt Frau sexy? Wenn sie besonders wenig anhat? Oder liegt es im Blick? Oder ergibt erst das ganze Zusammenspiel zwischen Pose, Mimik, Bildaufbau, Requisiten, Kleidung (bzw. dem Fehlen eben dieser), ein Idee, was nun die Intention des Bildes gewesen ist?
Mit Sicherheit gehören zu einer gelungenen Boudoir Fine Art Foto-Session immer zwei. Ich als Fotograf bringe den technischen und kreativen Part mit ein. Du als mein Model erfüllst alles mit Leben und lässt so die Vorstellung in eine reale Fotografie münden. Ohne die aktive Mitwirkung VOR der Kamera zerfällt die schönste Boudoir-Bildidee wie ein Soufflée, das den Ofen schon länger verlassen hat.
Meine dringende Empfehlung lautet also: Nur wer wirklich Lust auf Boudoirfotos hat, sollte diese auch anfertigen lassen. Es bringt rein gar nichts, wenn der Freund die treibende Kraft hinter dem Dessousfotoshooting ist und die Dame seines Herzens aber eigentlich gar keine große Begeisterung zeigt. Wenn hier nicht ein Mindestmaß einer Unbedingtheit beim Wollen des Models vorherrscht, dann macht es keinen Sinn.